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Tapfere Stecher in farbenfroher Kleidung Drucken E-Mail
Thursday, 22. July 2010

Ketsch. Insgesamt acht Frauenteams und 43 Männerschaften ruderten an den beiden Tagen aufeinander zu, genau 96 Duelle zu Wasser - zum Teil erbittert, aber meistens mit viel Spaß geführt - gab es für das Publikum anzufeuern. Die Seeschlacht am Badestrand "Hohwiese" ist gelaufen, die Sieger des elften Ketscher Fischerstechens stehen fest: Die Damen der "Wild Angels" aus Brühl und die Herren vom "Club BKA 02 I" aus Ketsch holten sich jeweils den begehrten Pokal.


Eigentlich hatte die feuchte Gaudi schon Anfang der Woche begonnen, als die Teams mehr oder weniger ernsthaft das Training aufnahmen und sich so allmählich die richtige Taktik aneigneten.

Das gemütliche Beisammensein nach der Auslosung am Freitagabend hatten einige wohl zu wörtlich genommen und zu lange ausgedehnt: Nachdem am Samstag in der Vorrunde zehn Männerteams die Paddel einziehen mussten, trennte sich am Sonntagmittag endgültig die Spreu vom Weizen. Die "Barbaren" hatten gedroht ("Wenn wir verlieren, müsst ihr renovieren"), ein Ausscheiden nicht einfach hinzunehmen; nach der Niederlage gegen die AH der 06er blieben die wilden Gesellen aber zahm. Ein Team-Ruderer, dessen Namen wir verschweigen wollen, war selbst am Sonntagnachmittag noch nicht wach zu kriegen, der Paddler soll erst gegen sechs Uhr morgens aus dem "Bogart's" hinauskomplimentiert worden sein, für seine Mannschaft war im vorletzten Achtelfinale Endstation.

Bei den Mädchen kamen die "Spontaniens", die als achtes Team bei den Frauen spontan eingesprungen waren, immerhin bis ins Halbfinale, wo sie sich den "Bogart's Wilden Miezen" in der Verlängerung geschlagen geben mussten. Die "Rathausnixen", immer die große Hoffnung von Schirmherr Bürgermeister Jürgen Kappenstein, schieden gegen den späteren Dritten "Club BKA 02" ebenfalls erst in der Überzeit aus.

Heiratsantrag um Mitternacht
Für die schönste und beste Kostümierung sorgten die "Wild Angels", gefolgt von den "Wilden Wasserschnecken". Letztere beeindruckten auf dem Wasser mit den Körbchengrößen C, D und DD und bei der Beach Party mit viel "Aktivität" im Festzelt, war am Sonntag über Lautsprecher zu vernehmen. Bei den Jungs zeigten die "Barbaren" die schönsten Kostüme, vor den ebenfalls attraktiv gewandeten "Kollerelfen".

Während der Fete mit Sommerhits von den DJs Wolle & Charly nutzte der Hauptverein die Gelegenheit, verdiente Mitglieder auszuzeichnen (wir werden noch darüber berichten). Und sogar einen Heiratsantrag gab es um Mitternacht: Oliver Fath von den "Kesselflickern" fragte seine Nicole Walter, ob sie ihn ehelichen wolle - und sie wollte!

Unter den Augen von Zunftmeister Jens Kochendörfer und der Jury mit den Gemeinderäten Michael Seitz, Achim Reister, Gerhard Jungmann und Dieter Mummert setzten sich die Titelverteidiger "Seefahrer von Catan" im Viertelfinale eindeutig gegen "Ketsch Finest 1" durch, im Halbfinale war dann für die treuen Mannen, die seit dem ersten Fischerstechen dabei sind, gegen den "FC Huschdeguzel" Schluss. Ein "sauberer Stich" der Eishockeytruppe aus Eppelheim brachte den Favoriten-Stecher zu Wasser. Die "Huschdeguzel" setzten sich nach langem Bemühen in der dritten Verlängerung gegen "den Stecher, seine Frau und ich" durch, die mit nur einem Strafpunkt im Viertelfinale scheiterten. Nach Punkten verloren auch die "Bogarts's Buwe", die gegen die "06er AH" zu lange mit dem entscheidenden Stich gewartet hatten.

Jubel im Finale
Unter der Filmmusik von "Fluch der Karibik" gingen die Finalrunden über die nasse Bühne: Bei den Mädchenteams kam der "Club BKA 02" auf den dritten Platz, die "Spontaniens" erreichten Rang vier.

Das Finale war der Showdown vom letzten Jahr - nach 30 Sekunden war alles erledigt und die Stecherin von "Bogart's Wilde Miezen" war nass und die "Wild Angels" jubelten als Siegerinnen. Als schließlich der Europe-Hit "Final Countdown" über den See dröhnte, brauchte das Trio vom "Club BKA 02 I" drei Ruderanläufe, dann war auch hier der Triumph perfekt. Für die Eppelheimer "Huschdeguzel" blieb der zweite Platz, auf Rang drei und vier folgten die "Seefahrer von Catan" und die "06er AH 2".

Schirmherr Jürgen Kappenstein dankte dem Organisationsteam um Ralf Rapp und Konrad Kemptner, Oberschiedsrichter Jens Kochendörfer und der Jury und nicht zu vergessen den unermüdlich rackernden unzähligen Helfern im Hintergrund und bei der kulinarischen Bewirtung. Der Dank des Organisationsteams galt der Rekordteilnahme von so vielen Mannschaften, den Sponsoren und Unterstützern: "Ihr alle seid das Ketscher Fischerstechen", freute sich Zunftmeister Kochendörfer auf eine Neuauflage im nächsten Jahr. Allen hat es Spaß gemacht - den "Gesandten des Hades", die in der Verliererrunde noch mit "verblitzten Augen" antraten, ebenso wie den "Seemuggels", bei denen mehr der Promille- als der Wasserspiegel stimmte, den "drei geilen Schotten", den "total feuchten Banditen" und all den anderen Teams, die längst zu einer großen Fischerstecher-Familie verschmolzen sind - und die ganz zum Schluss, bevor Schirmherr und Macher des Gaudi-Events auch noch in den See flogen, ihre Medaillen, Urkunden und Preise in Empfang nehmen durften.

Schwetzinger Zeitung
20. Juli 2010

 
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